DEUTSCH

Hans Ulrich Imesch
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Projekte

Virtual Reality

Virtual Reality.pdf (61 KB)

Es gibt verschiedene Methoden des Entwerfens. Obschon es damals, als ich mit dem Entwerfen begann, den Begriff „Virtual Reality“ noch gar nicht gab, spiegelt er am besten meine Methode. Es findet eigentlich alles in einer virtuellen Welt in meinem Kopf statt. Je mehr du daran arbeitest, desto klarer wird der Gegenstand. Du kannst in ihm herumspazieren, in jede noch so abgelegene Ecke gucken, ihm Farben verpassen wie du willst. Es ist mehr als nur reines Vorstellungsvermögen. Es ist eine Art virtuelles Probehandeln, ein Dialog. Skizzen sind Versuche, das Innen geschaute nach aussen zu bringen. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, wo am inneren Entwurf noch gearbeitet werden muss. Der Dialog könnte ewig dauern. Deshalb ist es doch recht hilfreich, wenn es Termine gibt. Der Termin ist wie der dritte Partner in diesem Dialog. Er zwingt dich, an einem bestimmten Zeitpunkt die Ergebnisse des schöpferischen Prozesses auf den Punkt zu bringen. Übrigens ist es so, dass du bei dieser Weise des Entwerfens gleichzeitig mehrere Projekte bearbeiten kannst.

Verzeichnis Projekte
Beispiele auf dieser Website

UBS-Hauptsitz Basel
1968 für ARGE Steib-Huggel Basel
Beitrag Imesch:
Entwurf, Projektpläne, Modellfotos

Ich meine, es ist Le Corbusier gewesen, der gesagt hat, es sei nicht die Grösse einer Baute, die das gestalterische Potenzial des Architekten offenbart. Das sehe ich genauso. Ich habe sogar eine gewisse Vorliebe für kleine Bauten (siehe Stadtmobiliar). Wenn du in der Lage bist, eine kleine Baute anständig zu gestalten, gelingt dir das auch mit grösseren. Und das Umgekehrte gilt natürlich auch: Wer nicht in der Lage ist, eine kleine Baute anständig zu gestalten, wird das auch bei grossen Bauten nicht schaffen.

Bei grösseren Bauten nimmt die Komplexität der Fragestellungen zu. Vom Gestalterischen her gesehen (das aus meiner Sicht viel mit Gefühl und Empfindung zu tun hat) ist der Unterschied klein–gross, wie erwähnt, unwesentlich, nicht aber, was den Umgang mit der Ratio betrifft. Grössere Bauten stellen an sie erhöhte Anforderungen, sie bieten Gelegenheit, das Denken und Argumentieren zu schulen.

Konzeptstudien Überbauungen Catford und Highgate London
1967 für Rodney Gordon Arch. AA/RIBA
Beitrag Imesch:
Entwurf, Visualisierungen

In London machte ich eine interessante Feststellung, die Erklärung dafür kam allerdings erst viel später in mein Bewusstsein. Ich stellte fest, dass ich auf ganz selbstverständliche Weise, also ohne besondere Anstrengung, beim „verrückten“ Geschehen, das damals das Londoner Leben prägte, dabei war. Ich musste, entgegen der Masse und den Predigten von Timothy Leary, keine Drogen zu mir nehmen, um Einblicke in Welten zu haben, die als bewusstseinserweiternd bezeichnet wurden. Während meine Kollegen im Büro völlig handlungsunfähig den Tag mit den Köpfen auf den Tischen damit verbrachten, ihre Drogenräusche loszuwerden, befand ich mich, sozusagen in nüchternem Zustand, in jener Welt des Fantastischen und entwarf, durchaus wie in einem Rausch, ein Projekt nach dem andern.

Satelliten
1963 bei Michel Colle Arch.-Urbaniste DPLG Paris
Beitrag Imesch:
Entwürfe verschiedener ZUP (Satellitenstädte)

Es machte mir als jungen „Welteneroberer“ in der Tat grossen Spass, ganze Städte auf meinem Zeichenbrett entstehen zu lassen. Eigentlich ging es dabei um Schönheit. Der Entwurf musste verführerisch sein. Es ging nicht um Belange einer rationalen Ästhetik, aber auch nicht um traumhafte Gebilde, um emotionale Wallungen auszulösen. Die Entwürfe hatten sachlich zu wirken, aber nicht so trocken wie die Gebrauchsanweisung für einen Staubsauger. Irgendwie mussten sie Seriosität vermitteln, obschon es mit dieser, wenn man dann ins Detail ging, oft nicht weit her war.

Viele dieser Städte wurden gebaut, sind inzwischen sogar in die Jahre gekommen und spiegeln leider oft das Gegenteil von dem, was damals optimistisch in sie hineinprojiziert wurde. Natürlich hat das nicht allein mit den Entwürfen zu tun, sondern mit den Tücken der „Organisation“ von geplantem gesellschaftlichem Leben.

Organisches
1963
Studien mit Lehm

Während meiner Zeit und Tätigkeit als Urbanist in Paris drängte sich die Frage, die mich eigentlich seit jeher beschäftigte, in den Vordergrund: Wie sich das rein Gefühlsmässige, das „Seelische“ in architektonischen und städtebaulichen Entwürfen, würde man ihm freien Lauf lassen, manifestieren könnte.

Also zog ich mich mit ein paar Kilogramm Lehm in meine Mansarde zurück und überliess es meinen Händen Antworten zu finden. Es entstanden Objekte, die ohne Mass und Funktion versuchen das Geheimnis zu erfassen.

Longjumeau
1964 für J. P. Lecoin Arch. DPLG Paris
Beitrag Imesch:
Entwurf, Visualisierungen

Was man der damaligen Zeit allerdings hoch anrechnen muss: Es wurde städtebaulich experimentiert. Und dies mit guter Absicht. Die globale Bevölkerungsexplosion, die rasante Verstädterung der Siedlungsgebiete (Landflucht), das Entstehen riesiger Ballungszentren zwangen zu neuen Sichtweisen und verdichtetem Bauen. Wie dieses „human“ bewerkstelligen? Die UNESCO veranstaltete eine internationale Tagung in Montreal zum Thema und Moshe Saftie erstellte ein Beispiel in Richtung „organischer“ Raumordnung.

 Es war die Zeit, in der mit Tonnen von Insektenvernichtungsmitteln den Mücken im Languedoc der Garaus gemacht wurde, um die riesigen und utopischen Wohn- und Vergnügungsanlagen der imaginierten Freizeitgesellschaft hinzustellen, in der in England das GLC (Greater London Council) futuristisch anmutende Siedlungsanlagen baute, deren Diskrepanz zwischen Wishfull-Thinking und knallharter Realität von Stanley Kubrick („Clockwork Orange“) so schmerzhaft ehrlich entblösst wird. Dann gab es aber auch die Siedlungsanlagen von Fernand Pouillon. Wenn es einen Architekten gibt, vor dem ich mich bewundernd verneige, so ist das Pouillon. Schauen Sie unter Bildporträt Algier C.d.F. nach, es ist meine Hommage an ihn. Er hat auch zwei sehr lesenswerte Bücher geschrieben (im Gefängnis): „Memoires d’un Architecte“ und „Les Pierres sauvages“.

Millennium Tower
1999 Selbst. IGGZ
Beitrag Imesch:
Idee, Konzept, Philosophie, Design

Ja, ich habe eine Vorliebe für starke Gesten, für das Besondere, für das Herausragende. Das meint nicht L’art pour l’art, sondern das Wesen des Aussergewöhnlichen zu erfassen und ihm eine Gestalt zu geben.

Ich fahre, wenn Sie so wollen, das völlige Kontrastprogramm zum Gängigen. Gerade in der Schweiz ist die Architektur auf relativ hohem Niveau. Aber wenn ich, nach aktuellem Wissensstand des Kollektivs, neue, top gestaltete Wohnsiedlungen betrachte und auf jedem Balkon einen Kugelgrill, einen Tisch mit vier Stühlen und einen Topf mit Rosmarin sehe, packt mich die Langeweile.

Leider war es mir nicht vergönnt, den Millennium-Tower zu bauen. Ich zeige ihn hier, damit er beim nächsten Millennium allenfalls eine weitere Chance hat, realisiert zu werden.

Mandala oder Monument of Peace
2001 Selbst. IGGZ
Beitrag Imesch:
Idee, Konzept, Philosophie, Design

„Milestone for World-Peace“. Klingt vielleicht etwas weltfremd, missionarisch, prophetisch. Also überhaupt nicht zeitgemäss. Aber schauen Sie es sich auf dieser Website genauer an, vielleicht finden Sie es gar nicht so abwegig.

Mit diesem Entwurf bin ich sehr nah am Ziel meines architektonischen Suchens. Es ging mir stets – auch wenn mir dies lange Zeit nicht bewusst war, aber ich es immerhin einst mit „das Geheimnis“ bezeichnete – um die spirituelle Dimension der architektonischen Objekte. Ich mache die Unterscheidung: hier Profanes, dort Heiliges, nicht. Für mich ist alles vom Religiösen (nicht im Sinne einer Lehre oder Glaubensrichtung, sondern als innere schöpferische Kraft) durchdrungen. Aus meiner Sicht liegt die Ursache aller Probleme auf dieser Welt darin, dass das kollektive Bewusstsein vorwiegend einseitig optimiert wird, dadurch Ganzheit atomisiert, was kollektiv wiederum „die Sehnsucht nach dem Paradies“ konstelliert.

Das Mandala oder Monument of Peace ist ein sakrales Gebäude, das aufgrund seiner inneren Struktur und seiner archetypischen Symbolik dem Menschen als Hilfsmittel, als Instrument dient, um die Zusammenhänge mit dem Religiösen explorieren und verinnerlichen zu können.

Visite by Architron
2014 Imre Bartal und Team Architron
Beitrag Imesch:
Begleitung

Imre, ein ehemaliger Mitarbeiter des IGGZ, der sich schon früh selbstständig machte und mit seiner Architron in der Schweiz die Nummer 1 in Sachen Architekturvisualisierungen ist, hat vom Projekt Mandala oder Monument of Peace eine sensationelle interaktive 3D-Animation erstellt. Es ist leider aus technischen Gründen noch nicht möglich, diese Animation hier zu präsentieren. Die Bilder, die wir hier zeigen, sind Screen-Shots aus unserem Rundgang. Die Visite by Architron will nicht sagen, so ist es, aber sie zeigt, wie Architron das Objekt erlebt hat.

Und genau das ist der Zweck des Objekts. Es ist ein Projektionsempfänger. Es sagt nicht, so und so muss etwas sein, damit Frieden entsteht. Oder, wenn du das und das machst, wirst du selig. Das Objekt spiegelt dich. So, dass du dich mit dir auseinandersetzen kannst. Seine innere Struktur als „Mandala“ hat eine innere Kraft, die auf die Dynamik der seelischen Prozesse wirkt. Je nach persönlicher, individueller innerer Befindlichkeit wirst du deinen Besuch anders als andere erleben. Es wird sich aber in jedem stets eine Kraft melden, die befriedend wirkt. Der individuelle persönliche innere Frieden ist die Grundlage für den Welt-Frieden.