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Hans Ulrich Imesch
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Gestaltung ÖR

Inspiration

Inspiration.pdf (45 KB)

Alles Analysieren, Reflektieren und empathische Sich-Einfühlen ist eine unverzichtbare Grundlage, aber noch kein kreativer Akt. Über das, was kreativ sei, gibt es natürlich auch verschiedene Sichten. Sagt die Seminarleiterin eines Kreativworkshops: „Machen Sie einmal etwas gegen Ihre Gewohnheit.“ Worauf ein Teilnehmer seinen rechten Schuh am linken Fuss anzieht. Oder sie sagt: „Heute kreieren wir durch Kombinatorik völlig neue Wesen“, und legt ein paar Bilder zum Ausschneiden auf den Tisch. Und tatsächlich entstehen Kühe mit dem Kopf eines bestimmten Politikers oder ein Banker mit dem Kopf eines Schweins. Schliesslich wagt sie sich an das Wort. „Was fällt euch ein zu Witwenrente, Leichenstarre, Generika, Shampoo?“ Die Antworten sind zum Beispiel: Witwenernte, Reichenstarre, Genervika, Schampo (diese Wortspiele stammen von Stefan Weber-Aich, den ich sehr mag).

„Unter Inspiration (lateinisch inspiratio ‚Beseelung‘, ‚Einhauchen‘, aus in ‚hinein‘ und spirare ‚hauchen‘, ‚atmen‘; vgl. spiritus ‚Atem‘, Seele, Geist) versteht man allgemeinsprachlich eine Eingebung, etwa einen unerwarteten Einfall oder einen Ausgangspunkt künstlerischer Kreativität“ (Wikipedia).

Da hatte unsere Seminarleiterin also den Nagel auf den Kopf getroffen, als sie fragte: „Was fällt euch ein?“ Es geht bei der Inspiration um den Einfall. Bleibt noch die Frage, woher denn die Einfälle einfallen. Sie kennen, nachdem Sie meine Schreibereien etwas verfolgt haben, die Antwort: Ja, die Quelle der Einfälle ist das Unbewusste.

Jemand, der sehr inspiriert ist, hat einen gewissen Zugang zum Unbewussten, obschon ihm das nicht bewusst sein mag. Mit dem Bewusstsein den Zugang zum Unbewussten öffnen zu wollen, ist nicht möglich. Denn es ist gerade das Bewusstsein, das die Tür zum Unbewussten schliesst. Also geht es, um inspiriert zu sein, darum, das Bewusstsein etwas zur Seite zu schieben. Im Fachjargon spricht man vom „Abaissement du niveau mental“, vom Herabsetzen der Bewusstseinsschwelle. Dazu eignet sich zum Beispiel Alkohol. Oder Drogen.

Es gibt aber auch Menschen mit einer natürlichen Begabung für den Zugang zum Unbewussten. Sie mögen im Alltag nicht genauso funktionieren, wie man meint, dass sie es sollten. Man mag sie Träumer nennen oder solche, die nicht ganz von dieser Welt sind. Das Kunststück gemäss Holistic Design ist, den Tag so zu verbringen, dass ein Auge das Bewusste sieht, während das andere gleichzeitig wahrnimmt, was im Unbewussten los ist.

Hans Ulrich Imesch, am 23.04.2017

Verzeichnis Gestaltung ÖR
Beispiele auf dieser Website

BE-GR-SG-SH-ZH (Plätze)
Entwurf und Visualisierung GR, SH: Robert Huber, Projektleiter IGGZ
Renderings BE, SG, ZH: Maurizio Sartori, IGGZ
Bauleitung SH: Hanspeter Altdorfer, IGGZ
Beitrag Imesch:
Entwürfe BE, SG, SH, ZH, Supervision

Immerhin der Bahnhofplatz in Schaffhausen wurde gebaut. Er sieht noch heute gut aus. Ein wichtiges Element fehlt allerdings, der Wasserlauf. Aber der ist schon damals gestorben. Es war gedacht, dass in der Mitte der breiten Strasse ein Wasserlauf die Nahtstelle zwischen Altstadt und Neustadt markieren soll. Das wäre auch für die Wartenden schön zum Schauen gewesen. Doch die Busbetriebe meinten, sie müssten die Strasse bei Notfällen auf der ganzen Breite befahren können.

Der Platz vor dem Bahnhof Wiedikon Zürich wurde weitgehend nach unserem Konzept realisiert. Lobenswert ist, dass die Bäume (heilige Kühe), die vorher die Sicht auf das schöne Gebäude verdeckten, tatsächlich gefällt wurden. Ob die Lichtschienen im Trottoir angebracht wurden, die anzeigen, wie die darunter fahrenden Züge verkehren, muss ich noch nachschauen.

Das Mahagonimöbel-Markt auf dem Marktplatz in St. Gallen hatte keine Chance, weil die Marktfahrer nicht gewillt sind, ein Objekt gemeinsam zu benutzen. Das war vor rund zwölf Jahren. Die Situation ist heute (2017) noch wie damals. Unschön, aber jeder hat seinen Stand.

 

Standortdossier kulturNAGEL Biel
Standortwahl, Fotos, Montagen, Dossier: Miro Messerli, IGGZ
Beitrag Imesch:
Supervision

Den Einfall kulturNAGEL hatte ich in Biel. Es war sechs Uhr früh und ich ging mit meinem Hund Gassi. Noch etwas verschlafen blieb ich vor einem Schaufenster stehen, in dem Kugellager ausgestellt waren. Natürlich, dachte ich, der kulturNAGEL muss unten in einen Spitz laufen und dort hat es ein Kugellager, sodass das Ding drehbar wird.

Wartehallen Buslinie 7 Luzern
Partitur, Dossier: Reto Wicki, IGGZ
Visualisierung BUTRAWA: Imre Bartal, IGGZ, Architron
Modelle: Miro Messerli, IGGZ
Beitrag Imesch:
Entwurf & Design BUTRAWA, Konzept Partitur, Supervision Dokumentation

Den Einfall zum modular gestaltbaren Konzept BUTRAWA (Bus- und Tram-Warte-Hallen) hatte ich, als ich in irgendeiner Stadt in einer dieser Normkisten, die ohne Aufenthaltsqualität und bezugslos zum Standort herumstehen, auf den Bus wartete. Mit der Partitur Wartehallen Buslinie 7 in Luzern versuchten wir zu demonstrieren, wie das Konzept BUTRAWA individuell auf die örtlichen Verhältnisse bei jeder Haltestelle einzugehen vermag. Obschon das Konzept bei der Stadt und den VBL überzeugte, wurde ein Typ (über dessen gestalterische Qualität ich hier kein Wort verliere) eines lokalen Metallbauers (damals hatte ich meine Zelte noch nicht in Luzern aufgeschlagen) bevorzugt.

Pilot Budapest
Fotos, Bildbearbeitungen, Montagen, Dossier: Miro Messerli, IGGZ
Beitrag Imesch:
Konzept, Standortwahl, Typologie, Supervision

Der Katalysator zur Inspiration war die Stadt. Das spiegelt sich vor allem in der Art der Visualisierung der Projekte und in der gesamten Gestaltung des Dossiers. Budapest ist eine sagenhaft dynamische Stadt. Tag und Nacht. Mit lebensfrohen, selbstbewussten, stolzen Menschen. Soliden Bauten. Verwirrenden Strassenverläufen. Lebendigem Treiben im öffentlichen Raum.

Ich war letztes Jahr kurz dort. Praktisch alle unsere Standorte waren realisiert – leider mit anderem (billigem) Stadtmobiliar.